Der Markt für Hausverwaltungssoftware reicht von der Tabellenvorlage bis zur Branchenlösung mit Buchhaltungsmodul und fünfstelligen Jahreskosten. Für private Vermieter und kleine Verwaltungen liegt der sinnvolle Bereich dazwischen — und die Auswahl fällt leichter, wenn man vorher weiß, welche Fragen überhaupt zählen.
Erst den Bedarf klären
Beantworten Sie vor jedem Anbietervergleich vier Fragen:
- Wie viele Einheiten verwalten Sie heute, und wie viele in drei Jahren? Danach richtet sich fast jedes Preismodell.
- Welche Aufgabe kostet Sie am meisten Zeit? Bei den meisten ist es die Betriebskostenabrechnung, danach die Zahlungskontrolle.
- Wer arbeitet mit? Nur Sie, oder auch ein Partner, ein Hausmeister, ein Steuerberater?
- Wo arbeiten Sie? Wer Übergaben vor Ort protokolliert, braucht eine Anwendung, die auf dem Handy vernünftig zu bedienen ist.
Funktionen, die wirklich zählen
Funktionslisten sind lang und selten hilfreich. Die folgenden Punkte entscheiden im Alltag, ob eine Lösung trägt:
- Betriebskostenabrechnung mit mehreren Verteilerschlüsseln — Fläche, Personen, Einheiten, Verbrauch, Anteile — und tagesgenauer Abgrenzung bei Mieterwechsel. Ohne das rechnen Sie doch wieder von Hand.
- Vertragserstellung mit Vorlagen für Wohnraum, Gewerbe und Garage, samt Betriebskostentabelle und Möglichkeit zur digitalen Unterschrift.
- Zahlungsabgleich über Kontoauszug oder Bankschnittstelle mit lernender Zuordnung, siehe Mieteingänge prüfen.
- Übergabeprotokolle mit Fotos direkt auf dem Handy, mit Unterschrift vor Ort.
- Dokumentenablage je Mieter, aus der heraus sich Schreiben erzeugen und archivieren lassen.
- Auswertungen für Steuerberater und Steuererklärung, als Excel- oder PDF-Datei.
Was Sie dagegen selten brauchen: Module für WEG-Verwaltung mit Beschlusssammlung, Mahnwesen mit Gerichtsanbindung oder eine eigene Finanzbuchhaltung. Solche Funktionen erhöhen Preis und Einarbeitungszeit, ohne dass sie im Alltag eines privaten Vermieters auftauchen.
Datenschutz und Aufbewahrung
Sie verarbeiten Namen, Anschriften, Ausweisdaten, Bankverbindungen und teils Gesundheitsangaben Ihrer Mieter. Verantwortlich dafür sind Sie, nicht der Anbieter. Klären Sie deshalb vorab:
- Wo stehen die Server, und wer hat Zugriff?
- Gibt es einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO?
- Wie werden Sicherungen erstellt, und wie lange werden sie aufbewahrt?
- Wie löschen Sie Daten eines ausgezogenen Mieters, ohne die Abrechnung zu zerstören?
- Werden steuerlich relevante Unterlagen unveränderbar abgelegt? Für Vermieter mit Einkünften aus Vermietung gelten Aufbewahrungsfristen von sechs bis zehn Jahren.
Preismodelle vergleichen
Drei Modelle sind verbreitet:
- Preis je Einheit und Monat. Wächst mit Ihrem Bestand, ist für kleine Portfolios am günstigsten und leicht nachzurechnen.
- Paketpreis mit Obergrenze. Planbar, aber Sie zahlen beim Einstieg für Kapazität, die Sie nicht nutzen.
- Kostenlos mit Zusatzkosten. Achten Sie darauf, was extra berechnet wird — häufig ausgerechnet Abrechnung, Export oder Support.
Rechnen Sie immer mit Ihrer tatsächlichen Einheitenzahl und über zwölf Monate. Prüfen Sie zusätzlich Mindestlaufzeit, Kündigungsfrist, Preisbindung und ob der Funktionsumfang vom Tarif abhängt. Beim SPro Manager sind 2 Einheiten dauerhaft kostenlos, jede weitere kostet einen festen Betrag im Monat, der Funktionsumfang ist in beiden Fällen identisch — die Preisseite zeigt die Beispielrechnungen.
Der Umstieg
- Ein Objekt vollständig anlegen: Einheiten, Flächen, Kostenarten, Verteilerschlüssel.
- Laufende Verträge mit Beginn, Miete, Vorauszahlung und Fälligkeitstag erfassen.
- Die letzte Abrechnung nachbauen und mit dem alten Ergebnis vergleichen — das deckt Eingabefehler auf.
- Bestehende Dokumente als PDF in die Mieterakten legen, statt sie nachzuerfassen.
- Erst danach die restlichen Objekte übernehmen.
Checkliste für den Test
- Eine echte Abrechnung nachrechnen und mit dem bisherigen Ergebnis vergleichen.
- Einen Mietvertrag erzeugen und die Formulierungen prüfen.
- Ein Übergabeprotokoll auf dem Handy ausfüllen, mit Fotos und Unterschrift.
- Einen Kontoauszug einlesen und die Zuordnung kontrollieren.
- Alles wieder exportieren und ansehen, was ankommt.
- Eine Supportanfrage stellen und die Antwortzeit messen.
Typische Fehlgriffe
- Zu groß gekauft. Eine Branchenlösung für Verwaltungen mit tausend Einheiten wird bei zehn Einheiten nie eingearbeitet.
- Nur auf den Preis geschaut. Eine Lösung ohne belastbare Abrechnung ist auch kostenlos zu teuer.
- Export nie geprüft. Wer nicht herauskommt, verhandelt beim nächsten Preisschritt nicht mehr mit.
- Mobile Nutzung vergessen. Protokolle entstehen in der Wohnung, nicht am Schreibtisch.
- Alles auf einmal umgestellt. Ein Objekt zuerst, dann der Rest — das hält den Aufwand klein und deckt Fehler früh auf.
Wenn Sie wissen möchten, wie das in einer konkreten Lösung aussieht: Die Funktionsübersicht beschreibt jedes Modul im Detail, und eine Verwaltung mit bis zu 2 Einheiten können Sie ohne Zahlungsdaten anlegen und in Ruhe durchtesten.